Die Bienen
Da wir mit unseren Bienen nicht
nur in Landwirtschaftlichen Flächen stehen, fiel die Auswahl der Rasse
auf die Carnica, eine Bienenrasse, die ursprünglich aus dem österreichischen
stammt. (Kreiner Biene)
Diese Bienenrasse ist in Deutschland
weit verbreitet und erfüllt alle Anforderungen die an eine moderne
Imkerei gestellt werden.
So
müssen wir Dank unsere lieben und braven Bienen nicht imkern
Den ersten Ableger (Kleines Anfangsvölkchen)
bekam ich von unserem Imkerkollegen Schenk im Jahre 1981 geschenkt.
Das Völkchen entwickelte sich
mit Futtergaben zügig und es konnte, gut mit Futter versorgt, eingewintert
werden.
Schnell wurde uns klar das ein Volk
für eine Imkerei zuwenig ist, denn den ganzen Winter zitterten wir
um unser kleines Bienenvölkchen. Ein Verlust im Winter wäre ja
ein Totalverlust und unser Traum von einer eigenen Imkerei wäre schnell
zu Ende.
Aber man meinte es gnädig mit
uns, denn als es im kommenden Frühjahr wärmer wurde, flog unser
Völkchen wieder aus und sammelte fleißig.
Im Jahr 1982 legten wir auf den Honigertrag
noch keinen besonderen Wert, sondern wir begannen sofort mit der Vermehrung
unserer Bienen. Drei Ableger waren der Dank für unsere Mühe und
für den kommenden Winter hatten wir ein besseres Gefühl.
Von Anfang an legten wir großen
Wert auf das Zuchtmaterial, um friedfertige und fleißige Bienen zu
halten.
Ablegerstation heute. Hier bleiben die Jungvölkchen bis sie 5 Waben gut besetzen und werden dann in die Originalbeuten am eigentlichen Standort umgesetzt.
In den ersten Jahren konnten wir
auf Zuchtmaterial bei unserem Imkerfreund Gudella zurückgreifen, der
immer Inselköniginnen in seinem Bestand hatte.
Nach der Teilung unseres Vereins wurde
uns aber schnell klar, das man im wichtigsten Teil der Imkerei der Königinnenzucht,
auf eigenen Beinen stehen muss.
Seit dieser Zeit beziehen wir jährlich von der Landesanstalt für Bienenzucht in Mayen künstlich besamte Königinnen um immer ein gleichmäßig gutes Material zur Verfügung zu haben. Seitdem sind wir auch in der Lage Ableger an Imker abzugeben und betreiben eine intensive Königinnenzucht.
Als soziales Insekt kann die Honigbiene als Einzelwesen nicht überleben, sie benötigt den gesamten Bienenstaat.
1. Die Bienenkönigin
Bienenkönigin
mit Hofstaat hier mit dem roten Zeichen für das Jahr 1998
Die Königin ist das einzige
vollentwickelte Weibchen im Bienenvolk. (Sie wird auch Weisel genannt)
Die Königin schlüpft nach
16 Tagen aus einer zapfenförmigen Zelle (Weiselzelle genannt)
Hier ein noch nicht von Ammenbienen besetzter Zuchtrahmen
Die Larve der zukünftigen Königin
wird mit einem sehr hochwertigen Futtersaft der Ammenbienen gefüttert
(Königinnenfuttersaft oder Gelee Royale) Die Lebensdauer einer Königin
beträgt 3 bis 4 Jahre.
Nach dem Schlüpfen erreicht sie
nach ca. 6 Tagen die Geschlechtsreife und fliegt dann mehrfach aus um von
8 bis 12 männlichen Drohnen begattet zu werden. diese Drohnen findet
sie an sogenannten Drohnensammelplätzen.
Die Begattung findet im Fluge in der
Luft statt.
Nach der Begattung fängt die Königin
in kurzer Zeit mit der Eiablage an.
Die Zahl der gelegten Eier schwankt
mit den Jahreszeiten. Im Zeitraum von November bis Februar ist Brutpause,
in dieser Zeit legt die Königin nur vereinzelt Eier, die Brutnesttemperatur
ist herabgesetzt. Mit dem eintragen des ersten Pollens beginnt für
die Bienen das neue Jahr und die Bruttätigkeit der Königin erhöht
sich. erst wird ein kleines kaum
5 DM - Stück großes Brutnest
angelegt, das die Bienen auf eine Brutnesttemperatur von 35 Grad bringen
müssen.
Mit dem Brutbetrieb erhöht sich
auch stark der Futterverbrauch des Volkes.
Mit dem steigen der Außentemperaturen
wird auch das Brutnest ausgeweitet. In der Hochzeit des Bienenjahres im
Mai bis Juni ist die Königin in der Lage 1500 bis 2000 Eier am Tag
zu legen.
2. Die Arbeiterinnen
Sehr stark schwankt die Zahl der
Arbeiterinnen im Bienenvolk. Sie sind nicht voll entwickelte Weibchen,
die zu ihrer Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt 21 Tage brauchen.
Im Winter beträgt ihre Anzahl
zwischen 10 000 und 15 000. Diese Anzahl reicht aus um in einer Wintertraube
eine Temperatur zum überleben halten zu können, und im Frühjahr
dem Volk einen neuen Start zu gewährleisten zu können.
Im Frühjahr bis Sommer halten
sich im Volk bis zu 60 000 Arbeiterinnen im Bienenvolk auf. Genauso wie
ihre Anzahl, so schwankt ihre Lebensdauer in einer sehr großen Spanne.
Während die Winterbienen, in den
Monaten Juli, August und September schlüpfen, bis zum kommenden Frühjahr
leben, müssen die Arbeitsbienen im Sommer ihr kurzes Leben schon nach
30 - 35 Tagen beenden.
Dennoch haben die Bienen ein zwar kurzes
aber abwechslungsreiches Leben
In den ersten 20 Tagen ist die Biene
eine Stockbiene mit den Aufgaben:
1. Wabenzellen putzen
2. Larven mit Futtersaft füttern
(ältere Arbeiterinnenlarven auch mit Pollen und Nektar)
3. Wabenbau aus Wachs errichten (sobald
die Wachsdrüsen entwickelt sind)
4. Nektar und Pollen in die Waben einlagern
5. Nektar zu Honig eindicken sowie
die Honig- und Brutzellen mit Wachsdeckeln verschließen
6. Den Stock von toten Bienen säubern
die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit regulieren.
7. Wächterdienst am Flugloch sobald
die Giftblase gefüllt ist.
Diese Tätigkeit ist die letzte
als Stockbiene.
Hieran schließt sich die Tätigkeit
als Sammelbiene an.
Hier eine Sammlerin auf einer Phazeliablüte
Sammelbienen haben folgende Aufgaben
:
Nektar, Honigtau, Pollen, Propolis
(Kittharz) und Wasser sammeln
Nektar und Honigtau nach der Heimkehr
eindicken
Junge und nicht ausgelastete Sammelbienen
zur Ausbeutung ergiebiger Trachtquellen animieren.
3. Drohnen
Ihre Anzahl im Bienenvolk beträgt
zwischen 500 bis ca. 1500. Drohnen leben in den Bienenvölkern nur
zwischen Mai und August. Drohnen sind voll ausgebildete Männchen,
die zu ihrer Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt eine Zeit von bis zu
24 Tagen brauchen. Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern der Königin.
Die Lebensdauer der Drohnen beträgt
zwischen 20 und 50 Tagen.
Tätigkeit: Paarung mit jungen
Königinnen an sogenannten Drohnensammelplätzen.
Drohnen sind während ihrer Entwicklungszeit
und als erwachsene Tiere immer in Notzeiten durch Vernichtung oder Aushungern
gefährdet. Am Sommerende werden die Drohnen aus dem Volk vertrieben.
4. Der Schwarm
Schwarm in einem Apfelbaum
Selbstverständlich kann man den Schwarm nicht als eigenständiges Lebewesen bezeichnen, da er ja aus einer Vielzahl von Lebewesen besteht. Als eine besondere Vermehrungsform des Bienenvolkes hat er hier jedoch seine Berechtigung, da der Schwarm in der Lage ist, die Winterverluste an Bienenvölkern zu ersetzen.
Aus diesem Grunde bezeichne ich den Schwarm gerne als zweite Vermehrungsform im Bienenvolk.
Zuletzt geändert: 22.07.2004